In letzter Zeit sind die Zinsen für Baufinanzierungen sprunghaft nach oben gestiegen. Das hat einerseits etwas mit den Schuldenplänen von Friedrich Merz zu tun, andererseits ist aber auch Donald Trump daran beteiligt.
Politik von Merz lässt Zinsen für Staatsanleihen steigen
In der vergangenen Woche sind die Baufinanzierungszinsen so schnell wie seit Jahrzehnten nicht mehr gestiegen. Das liegt in erster Linie am wohl neuen deutschen Kanzler Friedrich Merz. Dieser hat mit dem geplanten Schuldenpaket für Rüstung und Infrastruktur dafür gesorgt, dass die Zinsen für deutsche Staatsanleihen stark gestiegen sind. Aber auch Donald Trump hat einen nicht zu außer Acht Einfluss. Seine Zollpolitik hat nicht nur die weltweiten Aktienkurse nach unten gedrückt, sondern auch den Kryptomarkt stark unter Druck gesetzt. Bitcoin und Co. sind zwar immer häufiger als Zahlungsmittel im Einsatz, dennoch wird noch genügend in den Kryptomarkt selbst investiert. Besonders gern gesehen ist der Bitcoin unter anderem in Online Casinos, die keine deutsche Lizenz besitzen. Denn die Anbieter werben hier mit der anonymen Zahlung und dem Echtzeittransfer, sodass sich immer mehr Glücksspielfans für Anbieter entscheiden, die Kryptowährungen als Zahlungsmittel anbieten.
Schuldenpaket wird mit Staatsanleihen finanziert
Zurück zu Friedrich Merz, der sozusagen die Hauptursache dafür ist, dass die Kreditzinsen gestiegen sind: Mit seinem 500 Milliarden Euro schweren Infrastrukturprogramm und Waffenkredite ohne Obergrenze hat er die Zinsen für deutsche Staatsanleihen um 0,3 Prozent steigen lassen. So stark, wie das seit Jahrzehnten nicht der Fall war.
Der Staat soll nämlich das Schuldenpaket mit den neuen Staatsanleihen finanzieren. Somit nimmt das Angebot an deutschen Anleihen am Markt zu. Damit die Anleihen dann aber trotzdem noch an den Anleger gebracht werden können, muss der Staat verbesserte Konditionen anbieten – also auf seine Anleihen höhere Zinsen bezahlen.
Den Anleihezinsen folgen zügig die Bauzinsen: So hat die ING, einer der größten in Deutschland aktiven Baufinanzierer, den Zinssatz um 0,5 Prozent nach oben korrigiert. Aktuell wird ein Bauzinssatz von 4,29 Prozent angeboten. Interhyp, ein Finanzierungsvermittler, die eine Tochter der ING ist, hat den Zinssatz von 3,4 Prozent und 3,6 Prozent erhöht. Ein Kredit mit 15-jähriger Laufzeit wird mit 3,8 Prozent angeboten.
Dass schon einmal eine EZB Zinssenkung für Immobilienkäufer oder Hausbauer verpufft, ist nicht ungewöhnlich. Der Leitzins beeinflusst in erster Linie kurzfristige Zinsen wie für das Tagesgeld wesentlich stärker als den Bauzinssatz. Jedoch ist es durchaus bemerkenswert, dass es so stark in die entgegengesetzte Richtung geht.
Für Hausbauer gibt es noch ein weiteres Problem: Staatliche Programme könnten aufgrund der begrenzten Personaldecke der deutschen Bauindustrie dazu führen, dass man für den Wohnungs- bzw. Hausbau keinen Bauarbeiter mehr findet – private Baustellen würden so noch teurer werden.
Zerstört Friedrich Merz also den Traum vieler Deutscher vom Eigenheim? Fakt ist: Nicht nur Merz und sein Kollege Lars Klingbeil von der SPD sind an der Misere verantwortlich, sondern auch der 47. Präsident der USA: Donald Trump.
Baufinanzierung: Banken müssen einschätzen, wie die zukünftige Zinsentwicklung aussehen kann
Bei einer Baufinanzierung handelt es sich um ein Geschäft mit einer Laufzeit, die bei mindestens 10 Jahren liegt und in der Regel bis 30 Jahre laufen kann. Banken, die hier finanzieren, machen sich natürlich darüber Gedanken, wie die Refinanzierung über den Zeitraum aussehen kann.
Wird über Einlagen finanziert, also sammelt die Bank via Tagesgeldangeboten viel Geld ein, so kann sie davon ausgehen, dass ein Teil lange bleibt und mit einem ordentlichen Aufschlag dann für die Baufinanzierung ausgeliehen werden kann.
Banken geben auch Pfandbriefe aus. Mit ihnen leihen sie sich selbst Geld, das dann an die Baufinanzierungskunden weitergegeben wird. Zudem werden auch über Zins- und Zinsswapgeschäfte Geld für Baufinanzierungen angeschafft. Jedoch reagiert dieser Weg besonders sensibel auf Turbulenzen an den Zinsmärkten.
Das bedeutet, die Banken müssen Prognosen erstellen, wie sich die Zinsen auf lange Sicht am Markt entwickeln. Und hier kommt eben Donald Trump ins Spiel.
Was kann man jetzt machen?
Trump ist durchaus der große Unsicherheitsfaktor – schließlich könnte seine Politik auch die Inflation wieder anheizen. Die USA, die gerade dabei sind, sich mit 2.000 Milliarden US Dollar pro Jahr neu zu verschulden, und Trumps Zollpolitik sind durchaus Gründe, die auch die Inflationserwartung in Deutschland steigen lassen. Gehen die Banken davon aus, dass die Inflation steigt, dann rechnen sie damit, dass die Zentralbank die Zinsen erhöht oder nicht mehr senkt – das heißt, auf lange Sicht geht man davon aus, dass die Zinsen wieder steigen werden. Das hat natürlich Auswirkungen auf Bauzinsen für langfristige Finanzierungen.
Was man jetzt machen kann? Es gibt drei Möglichkeiten. Möglichkeit 1: Wer sich ein Haus gesichert und den Finanzierungsrahmen vorher abgesteckt hat, sollte jetzt zuschlagen und das günstige Angebot der Hausbank oder des Kreditvermittlers annehmen.
Wer hingegen noch auf der Suche nach einer Immobilie ist, sollte sich etwas mehr Zeit lassen und im Vorfeld mit seinem Berater klären, welchen Finanzierungsrahmen es nun gibt und wie hoch die Rückzahlungen ausfallen können. Wichtig ist, mit offenen Karten zu spielen und sich auch einzugestehen, dass man sich den geplanten Traum vom Eigenheim aktuell nicht verwirklichen kann, bevor man sich mitunter in ein Projekt stürzt, das für ein enormes finanzielles Ungleichgewicht sorgt.
Wer hingegen vor einer Refinanzierung steht, sollte mit der Hausbank oder dem Kreditvermittler Kontakt aufnehmen und sich im Vorfeld schon einen halbwegs attraktiven Zinssatz ausverhandeln. Wer vor Jahren eine Finanzierung zu einem attraktiven Zinssatz bekommen hat, wird mitunter jetzt tiefer in die Tasche greifen müssen, viele Banken bieten hier mitunter aber auch bessere Zinsen für Refinanzier an oder stellen die Möglichkeit in Aussicht, kostenlose Sondertilgungen vornehmen zu können.